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Sportliche Laufbahn

Die sportliche Laufbahn von Sebastian Dietz beginnt im Fußball - in seiner Heimat Neustadt an der Weinstraße gilt er als eines der größten Fußball-Talente. Als A-Jugendlicher ist Dietz Stammtorwart in der 1. Mannschaft des VfL Neustadt, hat weitere Angebote von Regionalligisten.

Im Februar 2004 scheint seine sportliche Karriere jäh beendet - Dietz ist nach einem schweren Autounfall vom Hals abwärts gelähmt. Durch viel Kampfgeist und Training gelingt es ihm entgegen der Prognosen, bereits kurze Zeit später wieder gehen und stehen zu können. Was trotz des Kampfes bleibt, ist ein inkompletter Querschnitt. Seitdem steckt Dietz, der vor seinem Unfall noch ein Angebot des Fußballvereins 1. FC Kaiserslautern erhalten hatte, seine ganze Energie in den Diskusweitwurf und das Kugelstoßen. Mit herausragendem Erfolg: 2012 gewinnt er bei den Paralympics in London im Diskusweitwurf die Goldmedaille.

In Lyon rundet er Ende Juli 2013 seine bisherigen Erfolge in dieser Disziplin mit einer neuen Weltrekordweite von 42,18 m ab und sichert sich damit den Weltmeistertitel der Behindertensportler. Zudem gewinnt er dort auch Silber im Kugelstoßen.

Im September 2013 folgt dann die Teilnahme am ISTAF in Berlin, wo Dietz u.a. gegen Robert Harting antritt und letztlich sogar das Duell gewinnt: Wer die Durchschnittsweite der letzten fünf Wettkampfwürfe häufiger überbietet, gewinnt den Vergleich. Dietz gelingt es zweimal, Harting nur einmal – mit dem Nebeneffekt, dass Letzterer die Getränkerunde am Abend schmunzelnd auf seine Kappe nimmt.

Da das Diskuswerfen inzwischen aus den Listen der Paralympics und anderer internationaler Wettkämpfe wie Europa- und Weltmeisterschaften ersatzlos gestrichen worden, konzentriert sich Sebastian Dietz 2014 verstärkt auf das Kugelstoßen – und feiert auch in dieser Disziplin Erfolge.

Beim Abendsportfest der LG Lemgo am 16. Juni 2014 verbessert er seine persönliche Bestmarke auf 13,87m, stellt damit einen neuen Deutschen Rekord auf und rangiert nun auf Platz 2 der Weltbestenliste. Nur wenige Tage später, am 20. Juni, holt er bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften mit 13,84m die Goldmedaille im Kugelstoßen. Schließlich tritt er in der gleichen Disziplin am 21. August 2014 bei der Europa-Meisterschaft im walisischen Swansea an und erkämpft sich Silber.

Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft im Oktober 2015 in Doha (Katar) gewinnt Sebastian Dietz die Goldmedaille in der Disziplin Kugelstoßen und sichert sich damit seinen Startplatz für die Paralympischen Sommerspiele in Rio 2016. Bei 36 Grad Außentemperatur wuchtet er die Kugel beim fünften Versuch auf 14,87 Meter, lässt damit seinen ärgsten Konkurrenten Wladimir Swiridow aus Russland mit einer Wurfweite von 14,79 Meter hinter sich und wird paralympischer Weltmeister im Kugelstoßen.

Bei den Paralympischen Sommerspielen im September 2016 in Rio de Janeiro gewinnt Sebastian Dietz die Goldmedaille im Kugelstoßen mit einer Rekordweite von 14,84m. Vor dem letzten Versuch animierte er das Publikum, für ihn zu klatschen – und als die Laola-Welle durch das Stadion rauscht, stößt Dietz die Kugel zum letzten Mal aus dem Ring. Alle fünf Wurfversuche sind weiter als die vom zweitplatzierten Ukrainer Mikola Dibrowa. Damit kann sich der Athlet auch hier gegenüber seinen Konkurrenten behaupten. „Die Stimmung im Stadion war der Hammer, ich bedanke mich bei den Brasilianern, dass ich hier sein durfte, sie haben trotz allem geile Spiele gemacht.“

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